Zucker ist die Zahl, die niemand zählt
Fast jeder Tracker endet bei Kalorien, Kohlenhydraten, Protein und Fett. Zucker und Salz verstecken sich in diesen Summen – und meist entscheiden gerade sie, wie sich dein Nachmittag anfühlt.
Warum er in den Summen verschwindet
Zucker ist ein Kohlenhydrat, also hat ein Tracker, der Kohlenhydrate ausweist, ihn technisch schon gezählt. Das Problem: 60 g Kohlenhydrate aus Haferflocken und 60 g aus einem Fruchtjoghurt-Drink ergeben sehr verschiedene Tage, und eine einzige Zeile sagt nicht, welcher es war.
Salz fehlt aus einem einfacheren Grund: Es hat keine Kalorien, also gibt es in einer kalorienförmigen App keinen Platz dafür.
Vier Wochen einfach hinschauen
Die Übung ist keine Diät. Erfasse, was du ohnehin isst, und beobachte zwei Zahlen. Woche eins ist reine Messung. In Woche zwei ist das Muster meist offensichtlich – ein Getränk, eine Sauce, ein Frühstücksmüsli richtet den größten Teil des Schadens an.
In Woche drei ändern Leute eine Sache, nicht fünf: der zweite Kaffee wird Wasser, der Fruchtjoghurt wird Naturjoghurt. In Woche vier fühlt sich der Nachmittag anders an – der einzige Beweis, der zählt.
Wo sich der Zucker meist versteckt
- Getränke: Saft, aromatisierter Kaffee, Sportgetränke und alles mit „ohne Zuckerzusatz“, das aus Konzentrat gemacht ist.
- Saucen und Dressings: Ketchup, Teriyaki, Barbecue und die meisten fettreduzierten Dressings.
- Frühstück: Granola, Fruchtjoghurt, Müsliriegel, die als gesunde Wahl verkauft werden.
- Brot: pro Scheibe wenig, aber vier Scheiben am Tag summieren sich leise.
Nichts davon muss weg. Es muss sichtbar sein – und genau das ist das ganze Argument dafür, Zucker und Salz neben den Kalorien zu zählen statt darunter.